Konzept

der gemeinnützigen GmbH Cum Ratione
Gesellschaft für Aufklärung und Technik

Wer ist als Mitgesellschafter in der gGmbH eingeladen?

Es gibt eine Vielzahl von technischen und gesellschaftspolitischen Projekten, die eventuell wirtschaftlich aussichtsreich sind, die technologisch reizvoll sind oder die einfach gesellschaftlich vordringlich sind.
Zur Teilnahme im Gesellschafterkreis eingeladen sind Personen, welche die in der Satzung genannten Zwecke fördern wollen und die aufgrund ihres Vermögens, ihres Einkommens oder ihres Alters in der Lage sind, die gGmbH finanziell zu unterstützen und die die Freiheit haben, nicht auf einen Rückfluss ihrer Mittel angewiesen zu sein.
Es geht nicht nur um ein finanzielles Engagement. Gefragt sind Menschen, die unternehmerisch und kreativ denken und die ihre Erfahrungen in der Gestaltung von Entwicklungsprozessen aus den verschiedenen gesellschaftlichen oder beruflichen Bereichen einbringen wollen, um gemeinsam neue Entwicklungen zu gestalten.
In der Satzung sind 25000 Gesellschaftsanteile zu je 1 € vorgesehen. Nach der jetzt erfolgten Gründung können die 6 Gründungsgesellschafter Anteile an weitere Gesellschafter ohne notarielle Beurkundung übertragen. Im Wesentlichen wird sich die gGmbH über Zuwendungen finanzieren müssen. Die Aufnahme in den Gesellschafterkreis oder in das Kuratorium kann davon abhängig gemacht werden, dass die eintretenden Personen bestimmte Zuwendungen zusagen. Zuwendungen können auch von Dritten erfolgen. Zuwendungsgeber können ihre Zuwendung an Bedingungen knüpfen, soweit diese satzungskonform sind. Die Bedingung kann auch darin bestehen, dass mit der eigenen Zuwendung ein Projekt gefördert wird, das vom Zuwendungsgeber vorgeschlagen wird.


Expertenwissen erwünscht

Die Einladung richtet sich auch an Experten, die neben ihrem Beruf oder nach ihrem Berufsleben Interesse an der Gestaltung von Entwicklungsprozessen haben. Dabei geht es nicht nur um technische oder andere fachliche Expertise sondern auch um Erfahrung in Leitungsfunktionen, Organisation von Netzwerken und von politischen Prozessen. Wer nicht auf Honorar angewiesen ist, ist zur ehrenamtlichen Mitarbeit eingeladen.


Sinn und Zweck der gemeinnützigen GmbH

Eine GmbH kann Gemeinnützigkeit beanspruchen, wenn sie entsprechend Abgabenordnung ähnliche Zwecke wie Stiftungen verfolgt. Eine gGmbH kann dabei unternehmerisch handeln, sich an kommerziellen Unternehmen beteiligen und den Gesellschaftern ähnliche Mitwirkungsrechte wie eine kommerzielle GmbH gewähren.
Diese Unternehmensform bietet sich an für die Initiierung und Förderung von nicht gewinnorientierten, der gesellschaftlichen Entwicklung dienenden Projekten oder von Projekten mit gesellschaftlicher Relevanz, die erst auf längere Sicht kommerziellen Erfolg versprechen.
So profitiert beispielsweise heute die Windenergiebranche von Forschungen und früherem Wagemut von Unternehmern aus einer Zeit, als der Stand der Technik noch bei weitem keine kommerzielle Perspektive bot.
Auch heute lassen sich technische und nichttechnische Konzepte identifizieren, für die es langfristig einen dringenden gesellschaftlichen Bedarf gibt, die an vorhandenes Wissen anknüpfen, aber noch Durststrecken vor sich haben.
Solche Konzepte anzugehen ist umso sinnvoller, als der vorherrschende ökonomische Trend zunehmend auf den kurzfristigen Erfolg abzielt. Eine ausschließliche Kurzfristorientierung bleibt aber weit hinter dem ökonomischen und gesellschaftlichen Optimum zurück. So gab es z.B. in der Geschichte der Fotovoltaik (PV) schon sehr früh die Vision von einer brillant einfachen, unerschöpflichen Stromquelle. Große börsengetriebene Firmen wie Siemens konnten die Technologieentwicklung nicht durchhalten, weil die Börse kurzfristige Orientierungen erzwingt. Erst die ökologisch motivierten Akteure der Erneuerbaren Energien Bewegung hatten eine genügende Ausdauer, weil sie unabhängig vom eigenen kommerziellen Erfolg agiert haben.
Die Bandbreite von Förderprojekten kann sich von grundsätzlich nicht kommerzialisierbaren Projekten (weil nicht auf ein Produkt gerichtet), über zeitnahe Lösungen (z.B. neue Speichertechnologien) bis hin zu eher visionären Projekten erstrecken, wo man ggf nur das erste Glied einer Entwicklungskette selbst besteuern kann.
Folgende Ansätze sind bisher als Beispiele genannt:
– die technische Konzeption fernabschaltbarer Waffensysteme verbunden mit der Initiierung einer politischen Bewegung, die entsprechende internationale Standards einfordert.
– neue Speicherkonzepte zur Systemintegration von fluktuierenden EE wie z.B. Kavernendruckspeicher.
– Konzeptentwicklung von Verkehrssystemen mit geringstmöglicher Umweltinanspruchnahme wie z.B. Seilbahnen als schnelles Verkehrssystem.
Die gGmbH ermöglicht es dem Gesellschafterkreis und den Mitgliedern im Kuratorium , eigene Anregungen einzubringen und interessante technische und gesellschaftliche Einwicklungen mit zu gestalten, die bei rein ökonomischen Ansätzen auf der Strecke bleiben.
Die Satzung ist mit wenigen Änderungen übernommen von der Satzung der BonVenture gGmbH mit Sitz in München. Die BonVenture Struktur umfasst mehr als nur die gGmbH und dient im Ganzen als Vorbild für diese Gründung. Der Schwerpunkt soll aber weniger in den Bereichen der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung und sozialen Unternehmertums liegen sondern eher in den Bereichen technischer Innovation und Förderung einer Kultur der Aufklärung.


Satzung

Die in der Satzung genannten Zwecke müssen nicht sämtlich verfolgt werden. Über die Mittelverwendung entscheidet das Kuratorium.
Die Satzung unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich der Satzungszwecke und der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Zuwendungen von üblichen GmbH-Satzungen. Wesentlich sind auch die §§ 10, 11 und 12, die darauf abzielen, der Gesellschaft und dem Gesellschaftszweck eine langfristige Kontinuität zu sichern unabhängig von der künftigen Geschäftsfähigkeit der Gründer und dem Eintritt von Erben.
Im Unterschied zu einer Vermögensabgabe an Stiftungen ermöglicht dieses Modell eine aktive Mitwirkung der Gesellschafter und Zuwendungsgeber während ihrer aktiven Lebenszeit. Wichtige (z.B. unternehmerische) Erfahrungen sind für den Fortschritt eines solchen Projekt oft mindestens so wertvoll wie finanzielle Zuwendungen. Und im Unterschied zum gewöhnlichen Erbfall sichert das Modell eine Kontinuität im Sinne der Gründer, die unabhängiger von den Zufälligkeiten in der eigenen Familienkonstellation ist. Gleichzeitig schließt das Modell Erben/Kinder aber nicht von einer Mitwirkung aus. Wenn das Modell mit Leben gefüllt wird, gibt es in der Organisation der Projekte für die Nachfolger eine Menge zu tun. Der Tenor lautet dann: mitarbeiten in sinnvollen und gesicherten Strukturen statt einfach nur zu erben.

Paderborn, Dez 2014